an/ab. Eine Ausstellung im Wartesaal der Bahnhofsstation Walleshausen

Bee / Friedrich / Sauerer / Wolff

Eröffnung: Samstag, 3. 8. 2019, 19 Uhr

Der Wartesaal ist frei zugänglich von Montag bis Sonntag von 9–18 Uhr.

„Ich könnte jahrelang zu Hause sitzen und zufrieden sein. Wenn nur nicht die Bahnhöfe wären“, schrieb Joseph Roth. Abreise und Ankunft, schmerzliche Trennung und innige Begrüßung: Bahnhöfe sind Schicksals- und Sehnsuchtsorte. Bei Tolstoi zum Beispiel verliebt sich Graf Wronskij auf dem Petersburger Bahnhof in Anna Karenina. Italo Svevo lässt in seiner Erzählung Kurze sentimentale Reise den biederen Geschäftsmann Aghios in Mailands Stazione Centrale erst den Zug nicht finden und dann den Halt verlieren. George Simenon holte sich am Gare du Nord in Paris all die Eindrücke, die er dann seinem legendären Kommissar Maigret mitgab. Paul Celan erkannte 1938 im Berliner Anhalter Bahnhof das Menetekel kommender Zeiten, während derselbe Bahnhof in Walter Benjamins Gedächtnis eine geliebte Kindheitserinnerung darstellt.

Und Walleshausen? Weiß auch dieser kleine Bahnhof etwas von Freuden, Tränen und großen Gefühlen? Lernten sich hier wie in Tolstois Roman zufällig Menschen kennen, die ihr ganzes Leben zusammenblieben? Welche erzählenswerten Begegnungen und Beinahe-Begegnungen haben hier stattgefunden? Wie oft hat sich hier das Wirkliche mit dem Möglichen vereint? Wir werden es nicht erfahren.

Der Wartesaal des Bahnhofs in Walleshausen wird heute kaum noch genutzt. Es ist ein schöner, langgestreckter Raum mit zwei großen Fenstern und einer langen Holzbank.

Wenn wir uns von Frankfurt und Berlin kommend in Walleshausen trafen, um uns zu sehen, wenn wir im Garten von Peter Sauerer und Trude Friedrich unter dem Apfelbaum saßen und uns über Gott und die Welt Gedanken machten, wenn wir am nächsten Tag gemeinsam auf den Zug nach Diessen warteten, um uns am Ammersee über das Natur- und Kunstschöne zu freuen, wenn wir dann am Sonntag etwas wehmütig wieder nach dem Zug nach München Ausschau hielten, dann wussten wir stets, dass dieser Bahnhof uns über den Tag hinaus verbindet.

Andreas Bee glaubt, dass es kaum etwas Wahres außerhalb der Kunst gibt – seine Tochter Ada ausgenommen. Trude Friedrich fertigt aus Holz und alltäglichen Gegenständen zauberhafte Kunstwerke. Peter Sauerer bewegt sich in einer Welt aus Flug- und Fahrzeugen, Waffen, Geschichten und Geschichte und lässt uns durch seine einzigartigen Schnitzereien daran teilhaben. Carsten Wolff liebt seine Söhne, die gute Form und gut geformtes, schnelles Metall – und gute Kunst, egal aus welcher Zeit.

Zu den Werken von Trude Friedrich.
Zu den Werken von Peter Sauerer.

 

Und: Anlässlich dieser Ausstellung gewähren wir einen Nachlass von 10% auf Bestellungen, die bis zum 15. September 2019 an die Fine German Gallery aufgegeben werden. Bitte verwenden Sie bei der Bestellung den Aktionscode anab, um in den Genuss des Nachlasses zu kommen.

Making of an/ab

Die Werke und Objekte

Die Eröffnung!