Auto-Porträts

Das Maler edle Pferde im Auftrag von deren Besitzern porträtierten und auf diese Weise für die Ewigkeit festhielten war in früheren Jahrhunderten gang und gäbe und die Pferdemalerei einst eine Art Sondergattung der bildenden Kunst. Genauso wie für die Bildnisse von Menschen galt damals auch für die Pferdeporträts, dass die tatsächliche physische Erscheinung nach Kräften idealisiert werden durfte oder sogar musste und so nicht selten mehr Schönheit als Wahrheit zeigte. Um die Nachfolge einer derartigen die Realität oft überhöhenden Tradition repräsentativer, von Besitzerstoltz kündender Pferdegemälde handelt es sich bei den Auto-Porträts von Valeria Heisenberg freilich nicht.

Allenfalls mögen die Sujets auch als Familienporträt mit Pferd und Kutsche – vergleichbar in dem Sinne sein,dass es sich bei Pferd (mit Kutsche) und Auto gleichermassen um Fortbewegungsmittel, möglicherweise auch um Statussymbole handelt. Es scheint aber eine fast ironische Übereinkunft zwischen Malerin und Auftraggeber zu herrschen, wenn es darum geht, dass ein Auto porträtiert werden soll.

Denn Heisenberg malt keine prestigeträchtigen Prunkbilder von Kraftfahrzeugen, sondern realistische, oft witzige Auto-Bilder, denen sie jedoch nach den individuellen Wünschen der Besteller eine Art von persönlichem Mehrwert hinzufügt. Das kann die Familie des Autobesitzers sein, auch dessen Haus , Wellensittich, Dackel oder Katze, vielleicht auch das Lieblingsziel auf einer Reise.

Die Ölgemälde im Format 30 auf 40 Zentimenter, die die Künstlerin nach Fotovorlagen malt, haben über diese Abbildfunktion hinaus einen eigenen hohen künstlerischen Reiz. Dies ist wohl auch der Hauptgrund dafür, dass sich unter Heisenbergs bisherigen Auftraggebern bekannte Galeristen, Museumsleute und eine ganz Reihe von Künstlern befinden. So hat sich Georg Herold seinen Mercedes Kombi mit mehreren – glücklicherweise fiktiven - Einschusslöchern malen lassen.

Und Martin Kippenberger hat gleich sieben Auto-Porträts bestellt.

Eines davon (VW Bus „Durch die Pubertät zum Erfolg“) war 2010 in der „Pop Life“ Ausstellung in der Kunsthalle Hamburg zu sehen.














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